Lieblingswanderungen
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Unsere heutige, etwa dreistündige zehn Kilometer lange Wanderung, führt rund um Betzenstein. Start ist in der Innenstadt, an der Wandertafel am Unteren Markt, ganz in der Nähe des Unteren Tores mit dem Tiefen Brunnen, der besichtigt werden kann. Allerdings ist dies nur am Montag und Donnerstag jeweils um 11:30 Uhr, für Gruppen auch nach Voranmeldung unter der Rufnummer 092441228 möglich. Voranmeldung fürs Heimatmuseum können unter derselben Nummer erfolgen. Wir beginnen die Wanderung mit dem Markierungszeichen "Roter Punkt" in der gegenüberliegenden Schlossstraße, die derzeit (06/06) im Rahmen der Dorfsanierung ausgebaut wird. Nach wenigen Metern kommt das Pflegamtsschloss mit den zwei Torbögen, erbaut im Jahr 1670. Reste der Stadtmauer folgen und danach kommt das "Hintere Tor" oder Pfarrtor mit dem dreigeschossigen Torhaus. Das relativ gut erhaltene Scheunenviertel stammt aus der Zeit, als alles brennbare Material wie Heu, Stroh oder Holz außerhalb der Stadtmauer gelagert werden musste. Durch ein Felsenriff gelangt man südwärts zur Schule von Betzenstein. Dort steht ein Dolomitfels in der Form eines Stiefels, dessen Namen er auch trägt, eine Laune der Natur. Aber die herrliche Felsenlandschaft und der Blick auf die beiden Burgen sind sehenswert. Nach der Schule geht der Weg in westlicher Richtung weiter und nach wenigen Metern weisen Informationstafeln auf die Mehlbeere hin. Das ist ein Baum, der weltweit nur in der Fränkischen Schweiz und im Hersbrucker Bereich vorkommt. Der Weg schlängelt sich dann weiter bis zum beheizten Freibad, bei dem auch der behindertengerechte Ausbau zu Ende geht. Nur zu Fuß erreicht man dann - der Markierung Roter Punkt folgend - die Klauskirche, eine 32 Meter lange Durchgangshöhle mit riesenhaftem Felsenportal. Beim Verlassen der Höhle fällt der Blick nicht nur auf das malerisch eingebettete Freibad, sondern auch auf den neuen Hochseilgarten mit seinen 40 Baumplattformen und 50 Brückenelementen, die zwischen sechs und 16 Metern hoch an kräftigen Bäumen montiert worden sind. Ein lohnender Abstecher (100 Meter) zur "Schönen Aussicht" ermöglicht einen Blick auf Betzenstein und seine zwei Burgen. Zurück geht es dann am Zaun entlang bis zur Hochfläche "Windmühle", die vor über 200 Jahren von 33 Bürgern erbaut, aber 1917 wieder abgerissen wurde. Nach einem kurzen Stück im Wald biegt der Weg scharf links ab und führt zum "Hexenboden" mit einer faszinierenden Schwammkalkkulisse mit dem Naturdenkmal "Hexenloch". Der Weiler Kröttenhof ist das nächste Ziel und hinter einem Bauernhof geht es rechts durch den Wiesengrund bis an den Waldrand, wo man wieder auf das Schwammkalkmassiv stößt. Einen kleinen Abstecher zur Buchnerhöhle, sie ist dem ehemaligen Entdecker und späteren Ehrenbürger gewidmet, sollten nur schlanke Personen mit Höhlenerfahrung unternehmen. Weiter geht es Richtung Osten zu den Naturdenkmälern "Wassersteintor" und "Großer Wasserstein", Zeitzeugen der Erdgeschichte. Hier befand sich in der Altsteinzeit, ebenso wie in der Grotte am Osthang des Felsmassivs, eine Jägerstation. Im Höhlenlabyrinth des Wassersteins hat man 1951 Überreste des kleinsten Säugtiers Europas, der "sorex minutissimus", einer Spitzmausart, gefunden. Bis zur wenig befahrenen Straße nach Höchstädt zeigt sich dann noch der durchlöcherte Schwammkalk in einer derart mächtigen Formation wie nirgends in der Fränkischen Schweiz. Hier biegen wir nach links und wandern auf der Straße ohne Markierung etwa 600 Meter nach Höchstädt und treffen in der Ortsmitte auf die Markierung "Blauer Ring" (Ortsverbindungs-Rundweg). Dieser Weg führt uns links über freie Landschaft weiter nach Leupoldstein. Ein Abstecher zum Burgstall am Ortsende, Richtung Gräfenberg rechts oben, lohnt sich schon wegen der hervorragenden Aussicht. Ab dem Buswartehäuschen in der Ortsmitte geht der Weg "Blauer Ring" dann weiter nach Stierberg, wo man kurz vor dem Ort in der Nähe des Gasthofs Fischer auf den Streuobstweg trifft, der insgesamt sechs Kilometer lang ist und auch über die Burgruine Stierberg führt. Diesen Streuobstweg gibt es seit 2003. Vom Bund Naturschutz eingerichtet, ist er inzwischen ein beliebter Lehrpfad für Schulen. Dem Abstieg folgt man der Markierung "Gelbe Raute" und der Streuobstweg zweigt das Emblem "Apfel mit Wurm". Auf diesem Weg, zurück nach Betzenstein, bekommt man einen Eindruck von Obstsorten jeder Art. Ab dem Freibad treffen wir wieder auf unseren Weg mit dem "Roten Punkt". Einkehr in
der Betzenstube
in Betzenstein. Fotos von
der am 8.10.2006 gemachten Wanderung findet Ihr hier. |