Lieblingswanderungen


12. Wo der heilige Mauritius über die Quelle wacht
Herbstliche Rundwanderung von Leutenbach nach Hetzelsdorf -Etwa 15 Kilometer - Grandiose Ausblicke -

Die Rundwanderung führt von Leutenbach über Seidmar nach Hetzelsdorf und zurück. Für die etwa 15 Kilometer lange Herbstwanderung sollte man etwa fünf Stunden Gehzeit veranschlagen. Ausgangspunkt ist der Parkplatz "Am Pfarrgarten" am Ortsausgang von Leutenbach in Richtung Mittelehrenbach.

 

Wir verlassen Leutenbach bergan auf der Straße in Richtung Mittelehrenbach, bis der Wanderweg "Dr. Georg-Kanzler-Rundwanderweg" mit einem blauen Kreis nach links in einen Waldweg führt. Nach einigen hunderd Metern hören wir bereits das Rauschen eines Wasserfalls, der sich ganz hochgebirgsähnlich zu Tale stürzt. Vorsicht: Die Stufen, vorbei an idyllischen Rastbänken, können gerade im Herbst durch Laub verdeckt und glitschig sein.
Oberhalb des Wasserfalls treffen wir auf einen geschotterten Fahrweg, der uns nach links zum sogenannten Orakelbrunnen St. Moritz, einem kleinen Steinhäuschen mit gefasster Quelle, bringt. Eine naive Holzfigur der Heiligen Mauritius hält über die Quelle Wacht. Ein Gedicht des geistlichen Rates und Ehrenbürgers von Leutenbach, Pfarrer Georg Kanzler, ist an der Wand des kleinen Gebäudes angebracht. An ihn erinnern auch Inschriften am Felsen oberhalb des Brunnes.
Der Quelle sagt die Legende sowohl heilende wie auch prophetische Kräfte nach. Das Wasser darf jedoch nicht getrunken werden, es ist nur zur äußerlichen Anwendung, beispielsweise bei Haut- und Augenkrankheiten gedacht. Die Moritzkapelle mit dem idyllischen Friedhof liegt wenige Schritte oberhalb rechter Hand.
Hinter dem Orakelbrunnen wandern wir mit dem Zeichen blauer Kreis teils über Stufen hinauf auf den 503 Meter hohen Burgstein, einst Sitz der Edelfreien von Leutenbach. Nach dem Jahr 1203 findet man keinen Nachweis mehr über deren Geschlecht. Die Burg verfiel.
Weit schweift unser Blick ins Land, unter uns liegen St. Moritz und Leutenbach, auf der gegenüberliegenden Talseite grüßt das Walberla. Wir halten uns links, der blaue Kreis führt uns mit gelben Kreuz und grünen Diagonalstrich weiter. Bald treffen wir auf einen quer verlaufenden gepflasterten Weg.

Diesem folgen wir nicht wie in der Originalbeschreibung beschrieben (siehe nachstehend) links, sondern biegen rechts talwärts ab und kommen auf einem sehr romantischen Waldweg wieder nach St. Moritz zurück. Ortspitz liegt zu unserer linken auf einem Felsplateau. Ab St. Moritz bleiben wir auf dem Schotterweg oberhalb des Wasserfalls, der uns dann auf die alte Ortverbindungsstraße bringt. Nach einem kurzen Stück auf dieser fast nicht befahrenen Straße sind wir wieder bei unserem Auto. Die Tour dauerte etwa 1 1/2 Std. Fotos davon findet ihr hier. Wir machten die Wanderung am 4.10.2007 mit unserem Pflegehund Georgie. Siehe auch Edi´s Fotogalerie Den Rest der Route machten wir, da das Wetter passte, gleich am nächsten Tag am 5.10.2007. Wir fuhren mit dem Auto bis Seidmar und begannen unsere Wanderung wie beschrieben.

Diesem Weg folgen wir links bis Seidmar. Geradeaus gehts durch das Örtchen, beim Stopp-Schild links und gleich wieder rechts (Die Markierung ist am gelben Briefkasten!) Auf einem gepflasterten Weg verlassen wir Seidmar zwischen Wiesen, Ackerflächen und zahlreichen Apfel- und Zwetschgenbäumen. An der Kreuzung mit Wegweisern halten wir uns immer noch mit dem blauen Kreis links am Waldrand entlang. Zu unserer Markierung gesellt sich jetzt das Zeichen rotes Andreaskreuz. Wir überqueren die Straße und wandern geradeaus weiter bis zu einer Weggabelung unter einer Eiche, wo uns der blaue Kreis links haltend in den Wald weist.

Leider haben wir diesen Abzweig nicht gefunden, da wir wegen des aufgeweichten Feldweges auf der Wiese liefen und aufgeschichtete Holzhaufen uns die Sicht auf die Abzweigung an der Eiche versperrten. Wir liefen etwa 500 m weiter und da wir dann mit der Originalbeschreibung nicht mehr weiterkamen beschlossen wir an dem Geräteschuppen nach rechts Richtung Hundshaupten abzubiegen. Der am Geräteschuppen ausgewiesene Biergarten in Hundshaupten hatte leider geschlossen, er hat nur Samstag und Sonntag offen. Wir durchwanderten Hundshaupten und bogen fast am Ortsende links ab nach Hetzelsdorf. In Hetzelsdorf angekommen freuten wir uns auf ein gutes Mittagsessen bzw. Brotzeit, denn es war mittlerweile bereits 13:30 Uhr. Beim ersten Wirtshaus Brendel-Prütting wurden wir durch die im Hof arbeitende Wirtsfrau sehr streng daraufhingewiesen, dass dass sie bis 17:00 Uhr geschlossen haben und auch noch andere Arbeit hätten als....Wir gingen weiter talwärts um im nächsten Wirtshaus Penning-Zeißler unser Glück zu versuchen. Leider wieder Fehlanzeige. Hier prangte ein Schild "Urlaub" im Fenster. Die Oma hatte uns aber bemerkt und ein Einsehen mit uns halb verdursteten Wanderern und gab uns wenigsten ein Flaschenbier heraus. Bei der Verabschiedung hat sie uns dann noch ein Butterbrot geschmiert. So stellen wir uns eigentlich die Gastfreundlichkeit der Franken vor.

Bald wird unsere Markierung von der Markierung gelber Punkt abgelöst. Durch Wald und Flur geht es auf gut gekennzeichnetem Weg bis zu einer Wegkreuzung mit großem Wegweiser. Hier verabschieden wir uns vorerst von der Markierung gelber Punkt und lassen uns von der roten Raute zur Einkehr nach Hetzelsdorf bringen.
Trotz der abgeschiedenen Lage pilgern Jahr für Jahr Tausende Besucher nach Hetzelsdorf. Grund dafür ist die kleine, aber vielbesuchte Privatbrauerei Penning-Zeißler. Seit wann genau bei den Pennings gebraut wird, lässt sich nicht mehr feststellen, sicher jedoch seit dem Jahr 1820. Hetzeldorf selbst wurde im Jahr 1007 zum ersten Mal unter dem Namen Hezilsdorf urkundlich erwähnt, im 11. Jahrhundert gehörte es zum Königshof Forchheim.
Nach ein oder zwei süffigen Bieren unter schattigen Kastanien auf der Terrasse der Pfennings treten wir gut gestärkt den Heimweg an.

Nach der Stärkung mit dem Butterbrot machten wir uns auf dem Heimweg und nahmen dabei den vorgeschriebenen Weg. Bei der Abzweigung nach Leutenbach blieben wir aber geradeaus, da wir ja unser Auto in Seidmar stehen hatten. Die beschriebene Aussicht in das Wiesenttal blieb uns durch die hohen Bäume leider versperrt. Auf dem Rückweg kamen wir dann auch an der Eiche vorbei, die wir bei der Hintour nicht gesehen hatten. Die gesamte Tour dauerte etwa 4 1/2 Std. Fotos davon findet ihr hier.

Unser Weg verläuft oberhalb der imposanten St. Matthäus-Kirche (hier lohnt auch ein Blick in den Kircheninnenraum!)rechts am Feuerwehr-Haus vorbei mit der Markierung roter und gelber Punkt aus dem Ort hinaus. Bei einer Weggabelung folgen wir dem roten Punkt links haltend bergan.
Die Markierung roter und gelber Punkt begleiten uns fortan. Der Waldboden unter unseren Füßen ist so weich wie ein frisch geschüttelter Teppich, das Wandern ein Genuss. Bei einem Holzschlagplatz weist uns die Markierung scharf nach links und bald darauf nochmal nach links haltend in Richtung Leutenbach.
Hier oben auf der Hochebene kann man die Natur förmlich riechen: Der Weg führt uns vorbei an zahllosen duftenden Kiefern über das Plateaus des 546 Meter hohen Reisberges und bietet immer wieder grandiose Ausblicke vom herbstlich-golden gefärbten unteren Wiesenttal bis hin zur Vexierkapelle und der langen Meile. An einem Acker am Waldrand entlang weist uns die Markierung scharf nach rechts. Der gelbe Punkt führt uns auf einem Waldpfad zum Schluss ziemlich steil hinab ins bald sichtbare Leutenbach. Mit schönem Blick auf die Rückseite des Walberla mit der Walburgiskapelle kehren wir auf einem Feldweg links haltend in den Ort zurück.

(von Birgit Herrenleben)

Einkehrmöglichkeiten in Leutenbach im Gasthaus Spindler und im Brauereigasthof Drummer, in Hetzelsdorf im Brauerigasthof Penning-Zeißler und im Gasthaus Prütting-Brendel

 

Wandertipp aus NN


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