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11. Die Trubach im Blick
Von Wannbach
über Hetzelsdorf
nach Unterzaunsbach
Unsere
Rundwanderung auf dem "Kirchenweg" führt mit einigen Einkehrschwüngen
auf schattigen Waldwegen von Wannbach über Hetzelsdorf und Unterzaunsbach
zurück nach Wannbach.
Start
und Ziel: Wannbach, Wanderparkplatz am Ortseingang gegenüber
der Kirche
Gehzeit: etwa 2,5 bis drei Stunden
Markierungen: rote Raute, blauer Kreis. Jenseits der Trubach blauer
Querstrich des Trubachtal-Radwegs
Kaum zu glauben,
dass Wannbach, der Ausgangspunkt unserer Runddwanderung, bereits im Jahr
1124 urkundlich erwähnt wurde. Ursprünglich stand in dem Dorf
inmitten des Trubachtals und am Beginn des malerischen Urspringtals ein
Wasserschloss, das allerdings völlig zerstört wurde. Mittelpunkt
des Ortes ist das traditionsreiche Gasthaus Mühlhäuser. Seit
Jahrhunderten im Familienbesitz pflegt Familie Mühlhäuser-Lutter
hier gastronomische Tradition: Auf den Tisch kommt gut bürgerliche
Küche mit fränkischen Spezialitäten, fangfrische Forellen
und auch saisonabhängige Gerichte wie Spargel, Karpfen oder Pfiffer.
Zum Verdauen hilft ein Schnaps aus eigener Obstbrennerei (Gasthaus
Mühlhäuser Tel. 09194-9253, montags Ruhetag).
Schräg gegenüber des Gasthauses auf der rechten Straßenseite
weisen zahlreiche Holzwegweiser nach rechts. Auf einem Weg geht es bald
in Richtung Trubach. Hier heisst es, sich entscheiden. Wer gemütlich
mit dem Fahrrad oder Kinderwagen unterwegs ist, wählt die Kurzvariante
unserer Wanderung und vertraut sich links haltend, der Markierung blauer
Querstrich "Trubachtal-Radweg" an, der in einer knappen halben
Stunde nach Unterzaunsbach führt. Auch für kleine Wanderer ist
der ebene Weg fernab vom Autoverkehr prima zu laufen.
Kondition
ist gefragt
Allen anderen sei - vor allem an warmen Tagen - unsere schattige etwa
sechs Kilometer lange Rundwanderung auf dem sogenannten "Kirchenweg"
empfohlen: Vom Trubach-Brücklein geht es mit der roten Raute steil
bergauf. Hier haben die Götter vor den (Wander-) Erfolg den Schweiß
gesetzt: die etwa ein Kilometer lange Strecke auf einem wahrlich urwaldmäßig
anmutenden Pfad verlangt gleich zu Beginn der Tour dem Wanderer einiges
an Kondition ab.
Trittsicherheit ist gefragt, Wanderstöcke können hilfreich sein.
Wir überqueren dabei zwei breite Forstwege, bis wir nach einem etwa
halbstündigen schweißtreibenden Anstieg das Plateau des 463
Meter hohen Rabenbergs erreicht haben. Den anstrengendsten Teil der Wanderung
haben wir hinter uns gebracht, von nun an gehts gemächlich mal bergauf
mal bergab. Auf der Höhe ein kurzes Stück weiter geradeaus,
bis der nächste Forstweg quert. Hier vertrauen wir und dem blauen
Kreis an, der uns, unmerklich durch einen saftigen lichtdurchfluteten
Laubwald bergab, nach etwa einer halben Stunde bis zum Friedhof von Hetzelsdorf
bringt.
Wer eine
kurze Verschnaufpause braucht, kehrt im Gasthaus Penning-Zeißler
gegenüber der mächtigen St. Matthäus-Kirche ein. Das Bier,
das Braumeister Karlheinz Penning in seiner Privatbrauerei braut, ist
süffig und schmeckt nach mehr. Die tellergroßen Pfannen-Schnitzel
suchen in der Fränkischen ihresgleichen (Gasthaus Penning-Zeißler
Tel. 09194-252, Montag u. Dienstag Ruhetag, Mittwoch-Freitag ab 17 Uhr,
Samstag und Sonntag ganztags geöffnet).
Die neugotische
Kirche aus dem Jahr 1901 - wegen ihrer stattlichen Ausmaße auch
"Jura-Dom" genannt - wurde erst vor einigen Jahren aufwändig
restauriert und lohnt allemal einen Besuch. Ein Stück bergan, an
Kirche und Gasthaus vorbei, wartet bereits linker Hand unsere Wandermarkierung
blauer Kreis, die uns fortan begleitet. Von hier oben haben wir nochmal
einen schönen Blick auf St. Matthäus, bevor unser Weg auf der
Jura-Höhe, flankiert von Kirschgärten, bald wieder in den schattigen
Wald führt. Bis Unterzaunsbach bleibt der blauer Kreis - wenn auch
oftmals schlecht sichtbar - unser ständiger Begleiter. Alsbald geht
es in auslaufenden Serpentinen hinab in Richtung Unterzaunsbach.
Blick
ins Urspringtal
Den Wald verlassend breitet sich vor unseren Augen das Trubachtal mit
seinen sanften grünbewaldeten Höhen aus. Wie ein ausgebreiteter
grüner Teppich liegt es vor uns, auf der linken Seite sehen wir in
der Ferne die Kirche von Wannbach, geradeaus schlängelt sich das
Urspringtal bis hinauf nach Urspring und Wolkenstein, vor uns erhebt sich
mächtig die Bergkette rund um den 587 Meter hohen Wichsenstein, einem
viel besuchten Aussichtspunkt in der Fränkischen Schweiz.
Bergab auf einem landwirtschaftlichen Weg biegen wir rechts nach Unterzaunsbach
ab. Süßschnäbel beugen der sich anbahnenden Unterzuckerung
mit einem Stück hausgemachten Kuchen im lauschigen Garten des Cafe
Holweg vor. (Cafe Holweg Unterzaunsbach 14).
Kenner fränkischer Küche halten noch ein paar Meter durch, bis
ich nach einer Brücke über die Trubach rechter Hand der Brauerei-Gasthof
Meister auftut. Die fangfrischen Forellen (blau oder Müllerin) und
die deftige Hausmacherbrotzeit verstehen sich ausgezeichnet mit dem süffigen
Bier. Und wer im Biergärtchen an der leise vorbeiplätschernden
Trubach einen Platz ergattert hat, wird ihn auch so schnell nicht wieder
räumen....(Brauerei-Gasthof Meister Tel. 09194-9126, dienstags Ruhetag)
Der Rückweg nach Wannbach führt - vorbei am Cafe Holweg - entlang
der Trubach (Markierung Trubachtalradweg, blauer Querstrich) - lässt
sich in einer knappen halben Stunde gut laufen.
(von Birgit Herrenleben)

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