Lieblingswanderungen


10. Seidla und Schniggerla
Eine Genusswanderung rund um die Ehrenbürg

Zum Genusswandern soll unsere heutige Rundwanderung rund um den Hausberg der Fränkischen Schweiz, die Ehrenbürg, anregen. Neben den malerischen landschaftlichen Reizen sollen auch die leiblichen Genüsse nicht zu kurz kommen. Mit einem Abstecher kann man die eineinhalbstündige Tour zu einem durchaus süffigen Tagesausflug ausdehnen.
Strecke: Kirchehrenbach-Leutenbach-(Dietzhof)-Schlaifhausen-Kirchehrenbach
Start und Ziel: Wanderparkplatz Kirchehrenbach in der Straße zu Ehrenbürg, gegenüber des Gasthauses "Zum Walberla"
Reine Gehzeit ohne Einkehr: etwa eineinhalb Stunden

Wir starten am Wanderparkplatz in Kirchehrenbach und schlagen direkt gegenüber, oberhalb des Gasthauses "Zum Walberla", unsere Tour auf Richtung Leutenbach ein. Rechter Seite erhebt sich das Walberla, links unter uns schmiegen sich die Orte Kirchehrenbach und Ebermannstadt ins Tal. Von weitem ist die markante Vexierkapelle und auch der Feuerstein mit seiner Kirche zu sehen.
Wir folgen dem Weg, der nach geraumer Zeit eine Linkskurve talabwärts beschreibt. Hinter einer Pferdkoppel kreuzt sich der Weg. Links geht es zurück in den Ort nach Kirchehrenbach, wir biegen aber nach rechts in Richtung Leutenbach ab.
Bald wird die Kirchturmspitze von Leutenbach sichtbar. Zu unserer Linken erhebt sich mächtig der Hetzelsdorfer Wald mit seiner höchsten Erhebung, dem Reisberg, der mit 546 Metern das Walberla noch um einiges überragt. Aus der Ferne sieht man, hoch oben, die Häuser des Weilers "Ortspitz" frech hervorspitzen.

Gewaltige Felsen
Wir bleiben auf dem teilweise asphaltierten Weg, etwaige Abzweigungen beachten wir nicht. Hoch über uns zu unserer Rechten stürzen sich gewaltige Felsen der Walberlarückseite ins Tal.
Alsbald wird die Kirche und der Ort Leutenbach gut sichtbar, zu unserer Linken plätschert der Ehrenbach. Enten vergnügen sich schnatternd an einem nahen Teich. Vorbei an der Kläranlage erreichen wir nach etwa 45 Minuten den Informationsgarten des Obst- und Gartenbauvereins am Ortsrand von Leutenbach. Die Ortsbezeichnung (1112 "Lvdunbach") bedeutet "beim lauten Bach". Die heutige katholische Kirche Pfarrkirche St. Jakobus wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts in neugotischem Stil erbaut. Der Turm mit dem Scharwachttürmchen ist ein Relikt aus dem 15. Jahrhundert. Im Innenraum findet man einige wertvolle Holzplastiken, darunter eine Heilige Barbara aus dem 15. Jahrhundert und einen ebenfalls spätgotischen Heiligen St. Jakobus.

Mit Kühltaschen bewaffnet
Hungrige und durstige Kehlen machen hier einen Einkehrschwung ins Dorf. Gut bürgliche fränkische Küche kommt im Gasthaus Spindler auf den Tisch, die hauseigene Metzgerei, lockt nicht nur am Wochenende wahre Heer-Scharen von Städtern, mit Kühltaschen bewaffnet, an. (Gasthaus Schütz und Metzgerei Spindler 09199-405) Gasthaus nur sonntags geöffnet, Metzgerei Di-Fr. 8-18 Uhr, Sa. 8-13 Uhr.

In nächster Nähe, für alle Kenner eines süffigen fränkischen Gerstensafts, wartet der Brauereigasthof Drummer mit fränkischer Speisekarte. Doch Vorsicht! Noch ist erst gut die Hälfte des Weges geschafft und jedes weitere Seidla des wohlschmeckenden Schaumgestränks zwingt den Wanderer tiefer ins Wirtshausgestühl.
(Brauereigasthof Drummer 09199-403 Montag Ruhetag, Di-So. täglich ab 11 Uhr).
Gestärkt und gerüstet lässt sich die Durststrecke bis nach Schlaifhausen einigermaßen gut überstehen.
Wir wandern weiter durch den Ort, jetzt ein Stück auf der Verbindungsstraße von Leutenbach nach Dietzhof. Wer drohendem Flüssigkeitsverlust vorbeugen will, macht noch einen kurzen Abstecher ins ein Kilometer entfernte Dietzhof (Brauerei Alt 09199-267 Di-So ab 17 Uhr, montags Ruhetag)

Am Ortsausgangsschild weist ein kleiner gelber Wegweiser in Richtung Schlaifhausen nach rechts an einer Birkengruppe vorbei steil bergan.
Der Weg wird hier zum Pfad, es geht gehörig bergauf, gutes Schuhwerk ist hier von Vorteil. Drehen wir uns um, entdecken wir am gegenüberliegenden Waldrand die ehemalige Bergkapelle St. Moritz. Das am 3. Januar 1464 erstmals erwähnte Kirchlein war jahrhundertelang eine viel besuchte Wallfahrtsstätte. Die Kanzel von 1654 ruht auf einem geschnitzten Kopf, der wahrscheinlich dem des damaligen Pfarrers nachgebildet ist.

Bergauf zum Rodenstein
An einer roten Bank biegen wir links ab, unsere Markierung ist fortan, wenn auch oftmals schlecht sichtbar, ein gelbes Kreuz auf weißem Grund. Wir befinden uns auf der Rückseite des Rodensteins, quasi dem "Nachbarberg" des Walblerla. Nach etwa einer halben Stunde bergan haben wir den oberen Wanderparkplatz in Schlaifhausen erreicht. Wer noch genug Kräfte hat, wagt nach rechts, bergauf, noch einen Anstieg zum Gipfel des Rodensteins.

Geradeaus geht es in den Ort nach Schlaifhausen, gleich wird das neuerbaute "Wohlfühlhotel Ehrenbürg" sichtbar. Gehobene Küche haben sich die Wirtsleute Nagengast hier auf die Speisekarte geschrieben. Die Panorama-Aussicht, die sich von der Sonnenterrasse aus bietet, reicht an klaren Tagen bis ins ferne Erlangen. (Hotel Ehrenbürg 09199-696930
http://www.ehrenbuerg.com) Täglich außer dienstags ab 11 Uhr geöffnet.
Durch den Ort geht es auf der asphaltierten Straße weiter - vorbei am Wegweiser "Walberla" der nach rechts weist, bis zum Gasthaus Kroder, einem schmucken Fachwerkhaus auf der rechten Straßenseite. Hier ist der Wanderer willkommen. Auf der Speisekarte stehen neben den fränkischen Grundnahrungsmitteln wie Spanferkel oder Schäuferla auch heimische Spezialitäten wie "Schniggerla" (Kutteln), die für die nötige Unterlage für weitere Bier-Proben den Wanderer gut versorgen. ( Gasthaus Kroder 09199-416) Montag Ruhetag, Dienstag ab 17 Uhr, Mi. bis Sonntag ab 9 Uhr geöffnet.
Direkt hinter dem Haus verläuft ein Weglein, vorbei an einem Hühnerstall mit gackerndem Gefieder, auf die asphaltierte Straße zum Walberla zu. Nur ein kleins Stück vertrauen wir uns dem Sträßchen an. Während die Straße nach rechts hinauf den Berg zum Walberla ansteigt, gehen wir weiter geradeaus.

Zu unserer Linken liegt jetzt Schlaifhausen, bald wird Wiesenthau mit seinem prächtigen Schloss sichtbar. Zu unserer rechten Hand erhebt sich das mächtige Felsenmassiv der Ehrenbürg, wagemutige Gleitschirmflieger stürzen sich bei gutem Wetter von dem Plateau aus in die Tiefe. Wir bleiben auf dem Weg, durchqueren Kirschgärten, bis wir auf eine geteerte Straße stoßen, die uns, stetig bergab, zu unserem Ausgangspunkt, dem Wanderparkplatz in Kirchehrenbach führt.
(von Birgit Herrenleben)

 


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Fotos von der am 6.5.2007 gemachten Wanderung zum Walberlafest findet Ihr hier.
Fotos von der Blütenwanderung am 15.4.2007 rund ums Walberla findet Ihr hier.
v. Walter Eckert

Wandertipp aus NN

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